„Ich tue mein Möglichstes!“ Und in Corona?

Ist das alles? Reicht das? - Wohl kaum! Die Zeiten ändern schnell und gewaltig. Nötiger denn je sind konzentrierte, kompakte und in der Zeit (das wird zu oft vernachlässigt) erbrachte Leistungen. Aus der Praxis ist uns bekannt: Der Misserfolg ist Vollwaise, der Erfolg dagegen hat viele Eltern! Beim Erfolg trifft das zu. Beim Misserfolg ist die Tauchstation der Ausgang. Bei grossen Erfolgen sind, mit den wenigen Ausnahmen, mehrere Akteure beteiligt. Nicht Sololäufe, sondern die gemeinsamen Marathons schnüren die Sensation. Doch davor steht der mühsame Austausch, der Streit und hoffentlich auch der Mut zum Konflikt für die noch bessere Lösung. Wie jetzt auch in der Corona-Zeit und wie schon immer in der Luftfahrt. Sowohl bei Corona, wie auch in der Aviatik ist es entscheidend, dass jeder tagtäglich seine Leistung erbringt und seinen Verpflichtungen nachkommt, um die Voraussetzungen für das Ankommen des Ganzen zu ermöglichen. Auch Corona fordert uns auf, kritisch zu hinterfragen, um zuversichtlich Wege und Lösungen nicht nur für sich, sondern gemeinsam für alle zu finden und diese auch einzuhalten.

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Wir können es besser!

Doch nicht so: Auf den Terrassen in den Berggebieten müssen Tische und Stühle weg. Verordnet wird den Ski-Gästen den Genuss des Take-Aways auf dem kalten und nassen Boden sitzend. Das erinnert an die 1975er. Die Uhrenindustrie glänzte mit einem weltweiten Marktanteil von 43 % und mit fast 100’000 Mitarbeitern in 1500 Betrieben. Den selbstgefälligen und arroganten Managern erschien es „ehrenvoller“, unter strikter Einhaltung alter Regeln, zu verlieren, als mit Innovationen zu gewinnen. Einfallslosigkeit war Prinzip, Selbstzufriedenheit das Mantra. 1984 - nach viel Leid - zählte die einstmals so stolze Industrie noch 30’000 Mitarbeiter in 600 Betrieben. Der Marktanteil stürzte auf 15 % ab. Die Krise entgeistert. Begeistert hauchten Swatch und andere „Verrückte“ Leben in die neue Uhrenindustrie ein.

Das erinnert stark an das Virus. „Masken nützen nichts“ (weil keine vorhanden waren), später wurden sie zum Auslöser von Bussen wenn sie nicht getragen wurden, zu spät bestellte Impfstoffe, verwirrendes Zahlenspiel, eine Taskforce, wo jedes Mitglied zum Frühstück zur Verwirrung der Öffentlichkeit beiträgt. Wir können es besser! Bitte!

Mut ist ein Einzelgänger. Jeder hat ihn - nicht jeder getraut sich!

Viele der lieb gewonnenen Arbeiten - die schon immer zu erledigen waren - erreichen Dank Corona ihre Endzeit. Es ist offensichtlich: Die Arbeiten, deren Ausführung auf Traditionen bauen, sind oft kompliziert organisiert und der verlangte Umfang, gerade bei innerbetrieblichen „Angeboten“, gar nicht nötig. Home-office hat über Nacht seine Bewährungsprobe bestanden. Flugreisen, Lunch mit „Kunden“, Gespräche mit Partnern oder Abendveranstaltungen (wie viele davon waren wirklich interessant und nötig?) gibt es nicht mehr. Wer hätte das vor dem März 2020 für möglich gehalten? Es lohnt sich, sich hinzusetzen und sich Überlegungen anzustellen, welche Auswirkungen diese Veränderungen auf unser Leben haben. Es braucht Mut, sich zu getrauen diese Tiefenbohrung für sich selbst in Angriff zu nehmen. Es kann ja nur nützen, wenn wir vorbereitet sind. „Expect the Unexpected“, erwarte das Unerwartete, ist ein Mantra, das jeder Pilot kennt und dessen er sich ständig bewusst ist. Das hilft ihm, in schwierigen Situationen auf Unerwartetes zeitnah und einigermassen vernünftig regieren zu können. Auf zum Abenteuer!

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