Leitsatz zur Woche 08/2014

Genf: Flugzeugentführung: Kluge Medien geben Antworten! Hier fehlen sie!

Am letzten Montag erfuhren wir von einer Entführung eines Grossraumjets des Typs Boeing 767 mit Landung in Genf. Berichtet wurde darüber, dass die Schweizer Luftwaffe zu Bürozeiten im Einsatz stehen könne. Zu anderen, wichtigen Fakten, fehlen Antworten, so zum Beispiel auf Fragen wie:

Wie es zum Ausschluss des Captains aus dem Cockpit bereits über dem Sudan kommen konnte? Warum Cockpittüren in modernen Verkehrsflugzeugen verwendet werden, so dass die Besatzung nicht einmal an ihren Arbeitsplatz gelangen kann? Welcher Nutzen bieten solche technische Errungenschaften oder in diesem Fall, welche Risiken diese enthalten? Wieso hat das Flugzeug über Genf so lange gekreist, bis es landen konnte? Und vor allem, für wie viele Minuten hätte der Treibstoff an Bord der Maschine, als sie endlich in Genf auf der Piste zum Anhalten kam, noch ausgereicht? Welchen Gefahren waren, neben den über 200 Personen an Bord der Maschine, Menschen am Boden ausgesetzt? Wie nahe war die Schweiz ein einer grossen Katastrophe? Immerhin flog die Maschine über 6 Stunden alleine mit dem Copilot statt nach Rom nach Genf. Für den Copilot eine sehr emotionale Angelegenheit. Welche Rollen spielten Skyguide, die Regierung, der Flughafen, andere?

Wieso ging keine Zeitung, kein Medium, kein Journalist diesen und anderen Fragen nach?

Für Sie in Ihrer Unternehmung zeigt diese Erfahrung: Nur weil keine Informationen fliessen, bedeutet das noch lange nicht, dass sich keine spannenden und fürchterlichen Geschichten hinter „keinen Informationen“ verbergen. Bleiben Sie wenigstens bei Ihrem Betrieb am Puls und fragen und fragen und fragen Sie solange bis Sie die Antworten haben.